Innovationen für den Holzbau

 

Hervorragende Berufschancen und neue Winterreifen

15.02.2017

Der Student Michael Jäckle aus Salgen wurde von der IHK für seine Bachelor-Arbeit ausgezeichnet. Das lohnt sich

Michael Jäckle aus Salgen hat allen Grund zur Freude: Der 22-jährige Werkstudent wurde für seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Optimierung des Einsatzes von Mehrfach-Bohrkopf-Geräten durch Musteranalysen von Bohrbildern“ mit dem renommierten „Preis der schwäbischen Wirtschaft“ der IHK Schwaben belohnt.

Für die ausgezeichnete Arbeit und die gelungene Kombination aus fundiertem Fachwissen und Praxisnähe durfte sich der Informatik-Student auch über 1500 Euro Preisgeld freuen. Unterstützt wurde er von Kollegen der Hundegger AG in Hawangen, wo der 22-Jährige seine Bachelor-Arbeit in fünf Monaten erstellen konnte.

Auch wenn der Titel der Arbeit für Laien etwas sperrig klingt – für die Hundegger AG als Weltmarktführer von CNC-gesteuerten Abbundmaschinen für den Holzbau ist dieses Thema durchaus von alltäglicher Bedeutung. Kein Wunder also, dass das von Michael Jäckle optimierte Programm auch in den Maschinen bereits mit Erfolg eingesetzt wird. Für Laien erklärt Michael Jäckle „sein“ Programm so: „Bohrköpfe mit mehreren Spindeln können jetzt gezielter und effektiver eingesetzt werden. Die Maschine entscheidet selbst, wie das Mehrfach-Bohrgerät am Werkstück eingesetzt wird.“ Der entscheidende Vorteil sei eine erhebliche Verbesserung der Arbeitszeiten, denn der Anwender muss keinerlei Vorkenntnisse mitbringen und kann im Plan die benötigten Bohrlöcher einzeichnen – die neu programmierte Maschine entscheidet dann aufgrund der optimierten Programmierung praktisch im Alleingang, welcher Bohrer eingesetzt wird.

 

Michael Jäckle ist begeistert von der Unterstützung, die er bei der Erstellung seiner Bachelor-Arbeit durch die Kollegen der Hundegger AG erfuhr: „Das war wirklich optimal, ich konnte jeden fragen und alle haben mich nach Kräften unterstützt.“ Fünf Monate lang arbeitete der Informatik-Fan pro Woche ca. zwei Tage bei der Hundegger AG, die Ausarbeitung der 70 Seiten umfassenden Bachelor-Arbeit erledigte er dann am eigenen Schreibtisch.

Schon als 18-Jähriger nahm der Salgener direkt nach seinem Abschluss an der Fachoberschule in Krumbach (FOS) sein Informatik-Studium an der Fachhochschule Kempten auf, nach seinem erfolgreichen Abschluss dort und einigen Monaten als Hundegger-Mitarbeiter hat er sich jetzt entschlossen, an der Universität Ulm das Master-Informatikstudium aufzunehmen.

Die Hundegger AG will diese Kompetenz im Unternehmen halten: Als Werkstudent wird Michael dem Unternehmen auch in den kommenden Monaten treu bleiben. Was dann passiert? „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich hier meine berufliche Zukunft finde. Entsprechende Gespräche hat es ja schon gegeben...“.

Die 1500 Euro bekam der 22-jährige Informatiker gerade rechtzeitig überwiesen, um sich Winterreifen für sein Auto zu finanzieren. Was übrig bleibt, wird in die neue Wohnung am Studienort Ulm investiert.

Überreicht worden war der „Preis der schwäbischen Wirtschaft“ beim Allgäuer Hochschultag in der BigBox Kempten, Festredner war Wolfgang Dürheimer (58), Chef der Nobelautomarken Bentley und Bugatti, sowie Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG für den Bereich Motorsport. Seinen Vortrag stellte Dürheimer unter das Motto „Be extraordinary“ (Sei außergewöhnlich). Zwischen gewöhnlich und außergewöhnlich liege sprachlich nur eine Kleinigkeit, bei Menschen sei dies jedoch der entscheidende Unterschied.

Artikel: Augsburger Allgemeine, 11.02.2017, Redakteur Alf Geiger